Spieleinsatzsteuer: Was die 5,3 % Automatensteuer für Spieler bedeutet
Die Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent nach § 38 RennwLottG schuldet gemäß § 39 Satz 1 RennwLottG der Veranstalter, also der Anbieter. Sie betrifft nach § 36 Satz 1 RennwLottG virtuelle Automatenspiele, das sind im Internet nachgebildete Spielautomaten. Die Grundlage ist nach § 37 Satz 1 RennwLottG der Einsatz abzüglich enthaltener Steuer. Für Sie kommt es darauf an, wie der Anbieter diese Kosten in seine Spielbedingungen einrechnet.
Was ist die virtuelle Automatensteuer?

Spieleinsatzsteuer ist die gebräuchliche Bezeichnung für die virtuelle Automatensteuer auf „virtuelle Automatenspiele“ nach § 36 Satz 1 Rennwett- und Lotteriegesetz, kurz RennwLottG. Der Name allein erklärt die Rechnung noch nicht. Dafür brauchen Sie die Bemessungsgrundlage, also den Geldbetrag, auf den der Steuersatz angewendet wird.
| Merkmal | Regelung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | Steuer auf virtuelle Automatenspiele | § 36 Satz 1 RennwLottG |
| Steuersatz | 5,3 % der Bemessungsgrundlage | § 38 RennwLottG |
| Bemessungsgrundlage | Geleisteter Spieleinsatz minus enthaltene Steuer | § 37 Satz 1 RennwLottG |
| Steuerschuldner | Veranstalter des Spiels | § 39 Satz 1 RennwLottG |
| Anknüpfung | Vertragshandlungen in Deutschland oder inländischer Veranstalterbezug | § 36 Satz 2 Nr. 1 und 2 RennwLottG |
| In Kraft seit | 1. Juli 2021 | Art. 4 Satz 1 des Änderungsgesetzes vom 25. Juni 2021 |
| Rechtsprechung | Mit Verfassungsrecht und Unionsrecht vereinbar | BFH, Urteil vom 4. November 2025, IX R 28/24 |
Die Tabelle trennt die Höhe der Abgabe von der Frage, wer sie dem Finanzamt schuldet.
Bemessungsgrundlage: Warum 5,3 % nicht 5,30 € je 100 € sind
Nach § 37 Rennwett- und Lotteriegesetz, Satz 1, gehört die enthaltene Steuer nicht zu ihrer eigenen Berechnungsgrundlage. Sie rechnen sie deshalb aus dem Gesamtbetrag heraus. Aus § 37 Satz 1 und § 38 RennwLottG ergibt sich für 100 € aufsummierte Einsätze die Formel 100 € × 5,3 / 105,3 = gerundet 5,03 € enthaltene Steuer.
Der Nenner besteht aus 100 Teilen steuerlicher Grundlage und 5,3 Teilen Steuer. Mit der Division erfassen Sie den Steueranteil des Gesamtbetrags. Ein bloßes Multiplizieren des Gesamtbetrags mit 0,053 würde dagegen nach §§ 37 und 38 RennwLottG die falsche Grundlage verwenden.
Seit wann gilt die Steuer?
Das Gesetz zur Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes und der Ausführungsbestimmungen zum Rennwett- und Lotteriegesetz vom 25. Juni 2021 führte mit Artikel 1 die neue Regelung ein. Nach Artikel 4 Satz 1 des Gesetzes vom 25. Juni 2021 (Bundesgesetzblatt I, Seite 2065) trat sie am 1. Juli 2021 in Kraft. Online-Poker hat mit § 46 Satz 1 RennwLottG einen eigenen Steuergegenstand im selben Gesetz. Für Ihre Einordnung zählt deshalb die konkrete Spielart, nicht allein das gemeinsame Spielerkonto.
Wer zahlt die 5,3 %: Casino oder Spieler?

Den Veranstalter bestimmt § 39 Satz 2 RennwLottG danach, wer das Unternehmen ins Werk setzt und das Spielgeschehen maßgeblich gestaltet. Nach § 39 Satz 1 RennwLottG trifft ihn die Steuerschuld. Diese Pflicht gegenüber dem Finanzamt erklärt noch nicht, welche Kosten bei Ihnen ankommen.
Der Bundesfinanzhof beschreibt im Urteil vom 4. November 2025, IX R 28/24, Randnummer 44, einen Preisaufschlag oder niedrigere Ausschüttungsquoten als Weitergabewege. Die Auszahlungsquote, auch RTP genannt, bezeichnet den durchschnittlichen rechnerischen Rückfluss im Verhältnis zu den Einsätzen. Damit vergleichen Sie 2 unterschiedliche Größen. Der folgende Vergleich stellt den Preisweg als Modell eines Abzugs aus dem insgesamt bereitgestellten Einsatz dar.
| Prüffrage | Weitergabe über den Einsatz | Weitergabe über die Auszahlungsquote |
|---|---|---|
| Was verändert sich im Modell? | Vom Gesamtbetrag geht ein Anteil als Abzug ab | Der durchschnittliche Rückfluss je eingesetztem Euro sinkt |
| Was vergleichen Sie? | Gesamtbelastung und tatsächlich verbuchten Spieleinsatz | Die angegebene Quote der jeweiligen Spielversion |
| Welche Angabe erklärt die Rechnung? | Abzugsbetrag und dessen vertragliche Bezugsgröße | Erwartete Auszahlung im Verhältnis zu den Einsätzen |
| Was zeigt die einzelne Abbuchung? | Einen gesondert ausgewiesenen Abzug, sofern so abgerechnet | Die rechnerische Quote lässt sich daraus nicht ablesen |
| Was bleibt beim Vergleich getrennt? | Der Abzug und die Auszahlungsquote des Spiels | Die Quote und sonstige ausgewiesene Kosten |
Bei einer gesonderten Steuerbuchung vergleichen Sie Einsatz und Abzug, bei einer Quotenanpassung die Spielinformation zur Auszahlungsquote. Das sind Beschreibungen der Modelle, keine Behauptungen über den Ablauf bei jedem Anbieter. Die darüber hinausgehenden Fragen zu einem Casino ohne deutsche Lizenz finden Sie in diesem Ratgeber.
Rechenbeispiel: So sinkt die Auszahlungsquote
Dieses Modell nimmt für einen gedachten Slot 96 Prozent RTP und insgesamt 100 € aufsummierte Einsätze an. Die Beträge verteilen sich auf mehrere Runden. Weitere Betriebskosten bleiben außerhalb der Rechnung, und die gesamte Steuerlast soll allein durch eine niedrigere Quote ausgeglichen werden. Sie betrachten damit eine Rechenannahme und keinen Messwert.
- Angenommener Rückfluss vor der Anpassung. Bei 96 Prozent ergeben sich rechnerisch 100 € × 0,96 = 96 € Auszahlungen. Diese Zahl beschreibt den angenommenen Durchschnitt über die Einsätze.
- Anteil des Anbieters vor Steuer. Die Differenz beträgt 100 € − 96 € = 4 €. Dieser Betrag soll im Modell auch nach Steuer erhalten bleiben, während alle übrigen Kosten unberücksichtigt bleiben.
- Rückfluss nach der Anpassung. Mit dem oben nach §§ 37 und 38 RennwLottG berechneten Steueranteil ergibt sich 100 € − 4 € − 5,03 € = 90,97 €. Gerundet verbleibt dieser Betrag für die modellierten Auszahlungen.
- Neue Quote und Unterschied. 90,97 € / 100 € × 100 ergibt 90,97 Prozent RTP. Gegenüber den angenommenen 96 Prozent sinkt die Quote um 5,03 Prozentpunkte, nicht um 5,3 Punkte.
Die Ergebnisse sind auf Cent beziehungsweise Hundertstel gerundet. Unter diesen Annahmen bleibt dem Anbieter derselbe rechnerische Betrag, weil der Rückfluss um den enthaltenen Steueranteil sinkt. Ihre eigene Spielrunde folgt daraus nicht. Für einen Vergleich konkreter Spiele benötigen Sie deren jeweilige Quotenangaben, nicht das Ergebnis dieses Modells.
Hat der Bundesfinanzhof die Steuer bestätigt?

Ja, der Bundesfinanzhof beurteilte die Regelungen im Urteil vom 4. November 2025, IX R 28/24, als verfassungs- und unionsrechtskonform. Im selben Urteil IX R 28/24 wies der BFH die Revision, also das Rechtsmittel gegen das vorangegangene Urteil, zurück. Damit erhalten Sie eine gerichtliche Einordnung der gesetzlichen Steuerregelung.
Der BFH prüfte dabei, ob der Bund diese Steuer einführen durfte und ob sie gegen Verfassungs- oder Unionsrecht verstößt. Welche Auszahlungsquote ein konkretes Spiel bietet, beantwortet dieses Urteil nicht. Für die Kostenfrage bleiben daher die Spielbedingungen und die angezeigte Quote maßgeblich.
Casinos ohne Steuerabzug vom Einsatz
Ein Casino ohne Steuer bezeichnet hier einen Anbieter, der die Steuer nicht von Ihrem Einsatz abzieht. Ob die Spielquote einen steuerbedingten Kostenanteil enthält, ist damit noch nicht beantwortet. Prüfen Sie die für das jeweilige Spiel angezeigte Auszahlungsquote, um den rechnerischen Rückfluss einzuordnen. Für virtuelle Automatenspiele verlangt § 22a Absatz 3 Satz 3 und 4 Glücksspielstaatsvertrag 2021, kurz GlüStV 2021, die Quotenanzeige dort, wo Sie setzen.
Die Startseite vergleicht die vertraglichen Kostenangaben einzelner Anbieter. Hier hilft Ihnen die Trennung zwischen Abbuchung und Quote beim Lesen dieser Angaben. Eine Formulierung zum fehlenden Einsatzabzug lässt sich nur auf genau diesen Kostenpunkt beziehen.
Häufige Irrtümer zur Automatensteuer

Mehrere ähnlich klingende Begriffe bezeichnen unterschiedliche Vorgänge. Die folgenden Behauptungen vermischen den Spielort, die Zahlung ans Finanzamt, den Einsatz oder die Erlaubnis. Mit den jeweiligen Vorschriften können Sie diese Fragen getrennt beantworten.
„Ausländische Casinos sind von der Steuer befreit“
Für die Steuerpflicht genügen nach § 36 Satz 2 Nummer 2 RennwLottG die zum Spielvertrag führenden Handlungen des Spielers in Deutschland. Eine ausländische Lizenz oder eine fehlende deutsche Erlaubnis beseitigt diese Anknüpfung nach § 36 Satz 2 Nummer 2 RennwLottG nicht. Sie können damit Standortangaben zum Anbieter und Ihre eigene Teilnahme getrennt betrachten. Der Überblick zu Casino Lizenzen erklärt gesondert, wie sich die jeweiligen Aufsichtssysteme unterscheiden.
„Spieler müssen die Steuer selbst abführen“
Als bloßer Spieler sind Sie nach § 39 Satz 1 RennwLottG nicht der Schuldner dieser Automatensteuer. Eine Kostenweitergabe macht Sie nach der Trennung in § 39 Satz 1 und 2 RennwLottG nicht zum Veranstalter. Ein Abzug und eine Steuerschuld sind unterschiedliche Dinge. Bei einer unklaren Buchung bitten Sie den Anbieter schriftlich um eine Erklärung zu Betrag und Berechnungsgrundlage, um die Abrechnung nachzuvollziehen.
„Die Steuer wird auf Gewinne erhoben“
Maßgeblich ist nach § 37 Satz 1 RennwLottG der geleistete Einsatz abzüglich der enthaltenen Steuer. Der Zeitpunkt hängt nach § 40 RennwLottG am Leisten dieses Einsatzes. Für Ihre Rechnung ist deshalb der eingesetzte Betrag die Ausgangsgröße, nicht der spätere Kontostand oder eine Auszahlung vom Konto. Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich die Steuer auf Einsätze und trifft keine Aussage zur Besteuerung persönlicher Gewinne.
„Wer die Steuer zahlt, spielt legal“
Weder eine Steuerzahlung noch eine ausländische Lizenz ersetzt bei öffentlichem Glücksspiel die nach § 4 Absatz 1 Satz 1 GlüStV 2021 erforderliche Erlaubnis der zuständigen deutschen Behörde. § 285 StGB bedroht die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel mit Geldstrafe bis 180 Tagessätzen oder Freiheitsstrafe bis 6 Monate. Bei einem konkreten Vorwurf benötigen Sie rechtliche Beratung. Zur Erlaubnisfrage finden Sie weitere Erläuterungen unter Online Casino in Deutschland legal, einschließlich der Folgen für Spieler.
So ist dieser Ratgeber entstanden
Für diesen Ratgeber wurden das Rennwett- und Lotteriegesetz, der Glücksspielstaatsvertrag 2021, das Einführungsgesetz im Bundesgesetzblatt, Strafgesetzbuch und Bürgerliches Gesetzbuch unmittelbar gelesen. Hinzu kam das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 4. November 2025, IX R 28/24, mit seinen Gründen zur Steuerregelung und zur Kostenweitergabe. Die Erläuterungen sind die redaktionelle Lesart dieser Quellen, und das Zahlenmodell beruht auf bezeichneten Annahmen, sodass Sie es von Messwerten unterscheiden können. Diese Darstellung ersetzt keine individuelle Rechtsberatung oder Steuerberatung, und das Prüfverfahren zur Zuordnung von Quellen und Aussagen finden Sie hier.
Spielerschutz und Hilfe

Für virtuelle Automatenspiele gilt 18+ nach § 4 Absatz 3 Satz 2 GlüStV 2021 zusammen mit § 2 BGB. Glücksspiel kann eine Abhängigkeit auslösen. Setzen Sie vorab ein Einzahlungslimit und planen Sie feste Spielpausen. Wenn Sie Ihre Grenzen nicht einhalten können, suchen Sie Unterstützung.
Eine Selbstsperre können Sie beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragen, das OASIS als bundesweites Spielersperrsystem führt. Das ist ein Hilfsweg, wenn Sie mit dem Spielen aufhören möchten. Bei belastenden Verlusten wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. Weiterzuspielen ist kein Mittel, um vergangene Verluste auszugleichen.
Unter 0800 1 37 27 00 berät Sie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, abgekürzt BIÖG. Der Anruf ist kostenlos und anonym. Auch Angehörige erhalten Unterstützung, weitere Hilfsangebote finden Sie auf check-dein-spiel.de.
Kostenlose und anonyme Beratung0800 1 37 27 00Häufige Fragen

Wer überweist die Abgabe an das Finanzamt?
Die Zahlungspflicht trifft nach § 39 Satz 1 RennwLottG den Veranstalter. Nach § 41 Absatz 1 RennwLottG meldet er die Steuer für jeden Kalendermonat an. Fällig ist sie gemäß § 41 Absatz 2 Satz 3 RennwLottG am 15. Tag des Folgemonats.
Seit wann gibt es diese Steuer?
Seit dem 1. Juli 2021 gilt die neue Besteuerung nach Artikel 4 Satz 1 des Änderungsgesetzes vom 25. Juni 2021. Die Fundstelle lautet Bundesgesetzblatt I, Seite 2065. Dort finden Sie das Einführungsgesetz mit seiner ausdrücklichen Regel zum Inkrafttreten.
Betrifft die Spieleinsatzsteuer auch Automaten in einer Spielhalle?
Die virtuelle Automatensteuer erfasst nach § 36 Satz 3 RennwLottG keine stationären Automatenspiele. Internetnachbildungen, die nur an bestimmten ortsgebundenen Eingabegeräten spielbar sind, nimmt § 36 Satz 3 RennwLottG ebenfalls aus. Die Abgrenzung betrifft diese Steuer und sagt Ihnen nichts über andere Abgaben auf stationäre Spiele.
Bedeutet ein RTP von 96 Prozent eine feste Rückzahlung?
Nein, die angenommene Quote beschreibt einen rechnerischen Durchschnitt über die Einsätze. Sie sagt Ihnen keinen festen Rückfluss für einzelne Runden zu. Im Modell dient sie als Ausgangswert, von dem sich die Wirkung des Steueranteils rechnerisch ableiten lässt.
Lassen sich Steuerabzug und RTP direkt vergleichen?
Nur mit derselben Bezugsgröße ergibt der Vergleich einen Sinn. Ein Abzug betrifft im Modell den bereitgestellten Betrag, die Quote den durchschnittlichen Rückfluss auf den verbuchten Einsatz. Für Ihre Rechnung brauchen Sie deshalb beide Angaben samt ihrer jeweiligen Grundlage.















